Erfolgreicher Einsatz des AutoPulse - ein Bericht direkt aus der Praxis

Autor: Dr. Philipp Schöllgen, Ltd. Arzt, Petrus Krankenhaus Wuppertal

Am 05. Mai 2017 erreicht uns gegen 18:10 Uhr eine Voranmeldung durch einen RTW eines benachbarten Kreises. Auf einem Golfplatz ist ein 61-jähriger Mann mit einem akuten ST-Hebungsinfarkt der Hinterwand zusammengebrochen und wurde nun behandelt. Die Notärztin bat um direkte Anfahrt des Herzkatheterlabors, geschätztes Eintreffen in ca. 20-25 Minuten. Das Team leitete daraufhin die erforderlichen Maßnahmen inklusive der Alarmierung des Herzkatheter-Teams ein. Weitere 10 Minuten später erfolgte ein weiterer Anruf aus dem RTW: der Patient musste während der Fahrt reanimiert werden und die Fahrt würde nun unter Reanimation fortgesetzt. Nach ca. weiteren 15 Minuten traf der Rettungswagen samt NEF in der Klinik ein. Der Patient war fortgesetzt manuell suffizient reanimiert worden und hatte eine kontrollierte Beatmung über einen Larynxtubus erhalten.

Die Übergabe durch die begleitende Notärztin ergab eine Asystolie als primären Rhythmus und im Verlauf war der Patient einmalig bei Kammerflimmern defibrilliert worden. Der anwesende Interventionskardiologe besprach mit den Kollegen der Zentralen Notaufnahme das weitere Vorgehen. Der Patient wurde anschließend auf den AutoPulse® umgelagert - hier erfolgte die Reanimation im Schockraum für weitere 80-90 Minuten bis ein ROSC erzielt wurde.

Nun erfolgte unter gleichzeitiger Hochdosis-Katecholomintherapie die PTCA - es zeigte sich ein proximaler Verschluss einer dominanten RCA. Nach Wiedereröffnung des Gefäßes, wurde erneut mit dem AutoPulse für weitere 10 Minuten reanimiert. Nach neuerlichem ROSC wurde der Patient anschließend auf die Intensivstation verlegt.

Nachdem am 07.05. ein Extubationsversuch gescheitert war, extubierte sich am 09.05. der wach werdende Patient bei reduzierter Analgesie selbst und war seitdem respiratorisch stabil, allerdings auch hypermotorisch delirant. In den folgenden Tagen verbesserte sich der Zustand des Patienten zunehmend: er war voll orientiert und erinnerte sich auf dem Golfplatz gewesen zu sein. Situativ war er jedoch weiterhin stark eingeschränkt und halluzinierte auch phasenweise. Die Familienmitglieder erkannte er aber und konnte sie namentlich benennen. Die Halluzinationen gingen mit der Zeit zurück, er hatte jedoch einige Schwierigkeiten, das Geschehene zu verarbeiten. Am 15.05. wurde er auf die Normalstation verlegt - hier bei deutlich besserem Tag-Nacht-Rhythmus.

Mittlerweile hat er sich sehr gut erholt und nimmt normal am Alltag teil. Momentan befindet er sich in der kardiologisch/neurologischen Fachklinik Rhein-Ruhr in Essen.

Medienkontakt

Katharina Walter
kwalter@zoll.com

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