Extrakorporales Life Support System (ECLS)

Eine der Haupttodesursachen in Industrienationen ist der plötzliche Herztod. In Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen erleiden jährlich über 100.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand kardialer Genese. Nur wenige dieser Patienten überleben dieses Ereignis. Häufig ist die Ursache für den Kreislaufstillstand bekannt, allerdings benötigt es für die Ursachenbehebung verschiedene Ressourcen wie Zeit, Technik und Pharmaka.LIFEBRIDGE 2.0

Als therapeutischer Ansatz hat sich die frühzeitige Wiedereröffnung verschlossener oder verengter Koronararterien weitestgehend durchgesetzt. Deshalb werden viele Patienten nach außerklinischer Reanimation mittlerweile direkt ins Herzkatheterlabor gebracht, wenn es den begründeten Verdacht auf ein Infarktgeschehen als Ursache für den Kreislaufstillstand gibt.

Aber auch alle anderen Patienten nach Reanimation sollen frühzeitig einer Koronarangiographie unterzogen werden. 

Mit der schnellen Wiedereröffnung kann das Infarktareal in der Größe begrenzt werden, was die kardiale Prognose des Patienten deutlich verbessert.

Um eine Intervention und Ursachenbehebung im fortbestehenden Kreislaufstillstand überhaupt erst zu ermöglichen, haben sich über die letzten Jahre für den Transport von Notfallpatienten immer mehr mechanische Thoraxkompressionssysteme etabliert, die eine Klinikaufnahme möglich machen.

Innerklinisch können diese Systeme auch eingesetzt werden. Sie sind in ihrer Qualität zwar der manuellen Reanimation überlegen, erreichen aber keine normale Durchblutung der Organsysteme. Damit ist die Gefahr der Mangeldurchblutung weiter gegeben und damit Folgeschäden nicht abgewandt.

Aufgrund dieser Tatsache wurden in den vergangenen Jahren immer kleinere und mobilere extrakorporale Unterstützungssysteme entwickelt, die es dem Anwender bereits in der Notaufnahme und Herzkatheterlabor ermöglichen sollen, dem Reanimationspatienten eine entsprechende hochqualitative Kreislaufunterstützung zu bieten.

Mittlerweile gibt es erste erfolgreiche Versuche, extrakorporale Systeme bereits präklinisch zum Einsatz zu bringen.

In den Leitlinien 2010 der American Heart Association (AHA) wurde zum Management des Kreislaufstillstands festgehalten, dass Patienten dann transportiert werden können, wenn Interventionsmöglichkeiten vorhanden und vielversprechend sind, die im präklinischen Setting nicht durchgeführt werden können. (Klasse 2b)

Die aktuelle Publikation der CHEER-Studie im Oktober 2014 kann aufgrund ihrer Größe und Datenqualität wichtige Hinweise zum Einsatz von ECLS-Systemen nach präklinischem Kreislaufstillstand geben.